Schattenkalifin
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Die wahre Herrscherin von Kairo
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Safia

 

Die Schattenkalifin

In der arabischen Welt ist sie ähnlich berühmt wie Maria Theresia oder Katharina die Große in Europa: Die Fatimidenprinzessin Sitt Al Mulk (970-1023). Und auch die Geschichte ihres Lebens weist verblüffende Parallelen zu den beiden europäischen Herrscherinnen auf. Sitt Al Mulk war erfolgreiche Regentin eines mächtigen islamischen Staates und musste sich auf dem Weg dahin energisch durchsetzen.

Die Dynastie der Fatimiden regierte um die erste Jahrtausendwende eines der großen Reiche der Weltgeschichte. An seinem Höhepunkt erstreckte es sich vom Maghreb über Ägypten, Sizilien, Syrien bis Mesopotamien und blieb 200 Jahre lang bestehen.

Das Buch:

Kairo vor 1000 Jahren. Die wissenschaftliche und kulturelle Elite der Epoche hat sich am Hof der Fatimidenkalifen versammelt und setzt zu einem Höhenflug an. Die älteste heute noch aktive Universität der Welt, die Al Azhar, wird gegründet. Prächtige Paläste und Moscheen werden in derselben Spitzbogenbauweise errichtet, die Jahrhunderte später die Gotik bestimmen soll. Ibn Yunis erfindet das Pendel, entwickelt astronomische Messgeräte von bis dahin ungekannter Präzision und erweitert die Grundlagen der Trigonometrie; Alhazen revolutioniert die Optik, die Astronomie und die Wissenschaftstheorie. In den Papierhandlungen treffen sich die Gebildeten und diskutieren über neue literarische und wissenschaftliche Werke, aber auch über die Tagespolitik. Der Alltag des Volkes verläuft eingebettet in einen Reigen überschäumender christlicher und muslimischer Feste und nach dem Rhythmus des Nils - sofern der große Fluss mitspielt, was die meiste Zeit der Fall ist. Der führende Kopf in Wirtschaft, Verwaltung und Politik ist ein Großwesir jüdischer Herkunft, Yakub Ibn Killis. Die Fatimiden sind Ismailiten, Angehörige einer philosophisch orientierten Schiitensekte. Religiöse Offenheit und Toleranz bestimmen das Klima in ihrem Reich.
Kalif Al Aziz, der all das ermöglicht und unterstützt, erzieht seine Tochter Sitt Al Mulk wie einen Prinzen und macht sie nach dem Tod des Wesirs Ibn Killis zu seiner engsten Beraterin. Als der Kalif überraschend stirbt, greift Sitt Al Mulk nach der Macht - und wird von einer Palastverschwörung in die Schranken verwiesen, bewacht von tausend Reitern. Unter dem nächsten Kalifen, Al Hakim, literarisch verewigt in 1001 Nacht, wendet sich das Blatt: Seine Herrschaft setzt der religiösen Toleranz ein Ende und führt in die Zerrüttung des Reiches. Bis Sitt Al Mulk als offizielle Regentin die Zügel in die Hand nimmt ...
Der aufwändig recherchierte Roman spürt hinter den Berichten der Chronisten dem Leben der "Schattenkalifin" Sitt Al Mulk nach und vermittelt über das spannende Handlungsgewebe eine Fülle von Informationen über das mittelalterliche Ägypten und die Kultur- und Religionsgeschichte des Islams.

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